9 Februar 2026

Karen Horney und ihr Beitrag zur Entwicklung der modernen Psychoanalyse

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In der modernen medizinischen Praxis nehmen Psychologie, Psychoanalyse und Psychiatrie einen besonderen Platz ein. Eine wichtige Rolle in der Entwicklung dieser Wissenschaften spielte Karen Horney und ihre Forschung. Viele betrachten Karen Horney als amerikanische Forscherin, aber nur wenige wissen, dass sie in Hamburg geboren wurde. Die deutsche Wissenschaftlerin und ihre Arbeiten sind wegweisend auf dem Gebiet der weiblichen Psychologie, insbesondere in den Theorien der Sexualität und genetischen Psychologie. Auf ihamburg.eu möchten wir über Karen Horney und ihren Beitrag zur Entwicklung der modernen Psychoanalyse berichten.

Biografische Angaben

Karen Horney wurde am 16. September 1885 in Hamburg geboren. Schon in ihrer Jugend befand sie sich in Lebensumständen, die sie dazu veranlassten, sich intensiver mit Fragen der Psychoanalyse, den Beziehungen zwischen Mann und Frau sowie der Analyse menschlichen Verhaltens zu beschäftigen. Ihr Vater war eine autoritäre und religiöse Persönlichkeit, der von der Überlegenheit der Männer über Frauen überzeugt war. Ihre Mutter hingegen war 18 Jahre jünger als ihr Mann und hatte fortschrittlichere Ansichten. Wie Karen selbst erzählte, fühlte sie sich von der Liebe ihres Vaters vernachlässigt. Dies führte zu einer schweren Kindheitstraumatik, die vermutlich erste depressive Zustände verursachte.

Um ihre vielen Komplexe und psychologischen Probleme zu überwinden, entschied sich Karen bereits in jungen Jahren, viel Energie in ihre intellektuelle Entwicklung zu investieren. Schon mit 14 Jahren wollte sie Ärztin werden. Dieser Traum begleitete sie ihr ganzes Leben lang. Im Alter von 21 Jahren schrieb sie sich an der Universität Freiburg ein. Doch im Jahr 1911, während ihres Studiums, starb ihre Mutter, was Karen schwer traf.

Während ihres gesamten Studiums litt Karen unter einer schweren Depression und wurde sogar vor einem Selbstmordversuch gerettet. Ihr Leben veränderte sich grundlegend nach ihrer Heirat und der Geburt ihrer Kinder. Leider bestätigte sie durch ihre eigene Erfahrung Freuds Theorien: Ihr Ehemann war autoritär und streng zu ihren Kindern. Um zu verhindern, dass ihre Kinder das gleiche Schicksal wie sie selbst erlebten, entschied Karen, einen neuen Erziehungsansatz zu verfolgen, der später die Grundlage ihrer psychologischen Arbeit bildete.

Später entschloss sich Karen Horney, sich scheiden zu lassen, und zog mit ihren Kindern in die USA. Dort gelang es ihr, eine erfolgreiche psychiatrische Karriere aufzubauen.

Weg zum Erfolg und bedeutendste wissenschaftliche Leistungen

Erst mit der Öffnung der Hochschulbildung für Frauen in Deutschland konnte Karen Horney ein Studium beginnen. Sie war die erste Frau in Deutschland, die Medizin studierte. 1910 begann sie mit dem Studium der Psychoanalyse, und bereits zehn Jahre später unterrichtete sie dieses Fach an der Berliner Universität. Bald wurde sie in der Hauptstadt als außergewöhnlich talentierte Wissenschaftlerin bekannt.

1937 veröffentlichte Karen Horney ihr erstes Werk „Die neurotische Persönlichkeit unserer Zeit“, das sofort große Popularität erlangte. Insgesamt schrieb sie über zehn wissenschaftliche Arbeiten zu Psychoanalyse, Psychologie und Psychiatrie.

In den USA gründete Karen Horney ihre eigene „Association for the Advancement of Psychoanalysis“. Ihr Name wurde selbst außerhalb Deutschlands in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bekannt. Ihre harte Arbeit ermöglichte es ihr, die Position der Dekanin des American Institute for Psychoanalysis zu übernehmen. Bis zu ihrem Lebensende praktizierte Karen Horney als Psychiaterin und trug maßgeblich zur Entwicklung der modernen Wissenschaft bei.

Die meisten ihrer wissenschaftlichen Forschungen basieren auf ihren eigenen Lebenserfahrungen. Deshalb sind sie in der psychiatrischen Praxis besonders relevant und wirksam.

Das Leben und Wirken von Karen Horney ist eine Geschichte überragenden Erfolgs, der auf harter Arbeit, Einsatz und Engagement beruht.

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