Im Stadtteil St. Georg (Hamburg) steht eine Klinik, die drei Epochen, zwei Jahrhunderte und eine Menge Reformen überlebt hat. Einst war hier ein gewöhnliches städtisches Krankenhaus für Unbemittelte. Heute ist es ein modernes medizinisches Zentrum mit Zehntausenden von Patienten pro Jahr und einer Kardiologie, um die jeder Fernsehserie über deutsche Medizin das Herz aufgehen würde. Doch hinter dem Glas der Operationssäle und den glänzenden Fassaden verbergen sich auch Probleme. Es gibt hier überlastete Ärzte und Zimmer, in denen es manchmal nicht an der neuesten Medizintechnik, sondern an banaler menschlicher Zuwendung fehlt. Wie kam es, dass das alte Krankenhaus aus dem 19. Jahrhundert zum Gesicht der modernen deutschen Medizin wurde? Warum wird so viel darüber geredet? Das klären wir jetzt auf ihamburg.eu.
Die Geschichte der Asklepios Klinik St. Georg: Vom Armenkrankenhaus zum modernen medizinischen Zentrum
Wenn man sich ein typisches deutsches Krankenhaus des 19. Jahrhunderts vorstellt – mit rotem Backstein, Bögen, Karbolgeruch und langen Korridoren ohne Aufzüge – könnte dies durchaus die Klinik St. Georg gewesen sein. Im Jahr 1823 wurde sie als städtisches Krankenhaus für diejenigen gegründet, die sich keine Privatärzte leisten konnten. Knapp zweihundert Jahre später hat die Klinik statt des Status eines „armen Verwandten“ den Ruf eines der führenden Häuser in ihrem Bereich.
Der alte Teil des Komplexes ist bis heute erhalten geblieben – mit einer Fassade, die aussieht wie von einer Museumspostkarte. Aber dahinter befinden sich Operationssäle mit Robotersystemen und Diagnosegeräte, die mehr sehen als ein erfahrener Arzt. Stilistisch ist es etwas zwischen der Serie „Dr. House“ und einem Siemens Healthineers-Katalog. Im Laufe ihrer Existenz hat die Klinik mehrere Eigentümer, mehrere Namen und ihre gesamte Konzeption geändert. Jetzt ist sie Teil des privaten Asklepios-Netzwerks – einem der größten in Deutschland.

Trotz Investitionen und Rebranding ist die Klinik jedoch mit ihrem Stadtteil verbunden geblieben. Asklepios St. Georg ist ein Ort mit Charakter: ein bisschen Bohème, ein bisschen Anspannung, ein bisschen Tourismus. Und die Klinik ist hier keine gesichtslose Struktur, sondern Teil der städtischen Realität mit einem starken Ruf. Übrigens steht direkt auf ihrem Gelände ein Denkmal für die Ärzte, die als Erste mit Röntgenstrahlen arbeiteten und an Strahlenkrankheit starben. Ein wenig gruselig, aber eine beredte Tatsache.
Und jetzt kann man mit Sicherheit sagen, dass die Hamburger Einrichtung, die den Namen des Heiligen Georg trägt, eine Erinnerung daran ist, dass auch Krankenhäuser altern. Aber wenn man Glück mit dem Management hat, wachsen sie über den Status einer gewöhnlichen Klinik hinaus.
Wie eines der ältesten Krankenhäuser Deutschlands heute arbeitet

St. Georg in den 2020er Jahren ruft kein Mitleid mehr wegen grauer Decken oder veralteter Ausrüstung hervor. Heute verfügt es über mehr als 650 Betten, 17 Abteilungen und Patienten aus aller Welt. Jährlich durchlaufen Zehntausende Menschen diese Mauern – manche für eine Operation, manche für eine Diagnose, und manche mit erhöhter Angst, die sie dank fortschrittlicher Methoden der psychologischen Unterstützung mindern wollen. Die Hauptfachgebiete sind Kardiologie, Onkologie, Gefäßchirurgie und Gastroenterologie. Es gibt sogar eine spezielle Einheit für Herz-Kreislauf-Notfälle – wenn jede Minute zählt.
Das medizinische Personal hat eine klare Philosophie: Effizienz, Technologie, minimale Zufälle. Manche nennen es eine Gesundheitsfabrik, andere – ein Beispiel dafür, wie eine Klinik im 21. Jahrhundert funktionieren sollte. Hier werden moderne Behandlungsalgorithmen, digitale Dokumentation und Qualitätskontrollsysteme eingesetzt. Patienten werden von mehrsprachigen Koordinatoren betreut, denn Ausländer sind hier wirklich zahlreich. Dazu gehören Medizintouristen aus den Golfstaaten, postsowjetischen Ländern sowie aus Nordafrika.
In einigen Abteilungen ähnelt die Atmosphäre einer Privatklinik: Alles funktioniert schnell, präzise, oft ohne das traditionelle deutsche bürokratische „morgen“. Aber das ist nicht überall der Fall. Wie in jeder großen Einrichtung gibt es auch hier Warteschlangen, komplexe Fälle und den menschlichen Faktor. Die Klinik bemüht sich jedoch, das Niveau zu halten – und genau das macht sie zu einer der beliebtesten in der Stadt.
Die Medaille mit zwei Seiten: Hohe Standards und systemische Schwierigkeiten

Auf den ersten Blick ist hier alles perfekt: glänzende Korridore, neueste Technik, ordentliche Schilder in mehreren Sprachen. Es ist schließlich Deutschland, wo selbst Breslauer Nanodruck keine Seltenheit ist. Aber es reicht aus, hier einmal zu übernachten – und das Bild kann sich leicht ändern. Besonders wenn man keine zusätzlichen kostenpflichtigen Dienstleistungen in Anspruch genommen hat.
Die Klinik ist tatsächlich multidisziplinär und gut ausgestattet – auf dem Papier sieht es aus wie ein medizinisches Paradies. Ein Teil des Personals arbeitet jedoch unter ständiger Überlastung. Die Gründe sind typisch für die deutsche Medizin: Fachkräftemangel, wachsender Patientenstrom, Budgetbeschränkungen. Manchmal arbeiten Abteilungen am Rande ihrer Kapazitäten – im wahrsten Sinne des Wortes.
Es gibt Beschwerden – nicht massenhaft, aber regelmäßig. Patienten berichten über lange Wartezeiten, Sprachbarrieren, das Gefühl, am „Fließband“ zu sein. Jemand hat es versäumt, dem Arzt eine Frage zu stellen, weil dieser bereits an der Tür des nächsten Zimmers war. Jemand beklagte sich darüber, dass nachts niemand in der Nähe war, als es ihm wirklich schlecht ging.
Die Verwaltung weiß davon und tut nicht so, als gäbe es keine Probleme. Ein Beschwerdemanagementsystem wurde eingeführt – nicht nur pro forma, sondern mit echten Feedback-Formularen. Aber auch das ist manchmal nicht genug, wenn es um grundlegende Dinge geht: den Umgang mit Patienten, Menschlichkeit, Aufmerksamkeit in den wichtigsten Momenten.
Die Asklepios Klinik St. Georg balanciert, wie die meisten großen Krankenhäuser in Deutschland, zwischen den Anforderungen der Zeit und den Möglichkeiten des Systems. Manches gelingt hervorragend, manches – die Disziplin hinkt. Und genau deshalb ist diese Geschichte so lebendig.
Wichtige statistische Daten

Nach offiziellen Angaben verfügt die Klinik über 651 Betten und 24 Fachabteilungen sowie etwa 1.800 Mitarbeiter – von Ärzten und Pflegekräften bis hin zum technischen Personal. Im Jahr 2023 wurden hier über 80.000 Patienten behandelt – sowohl stationär als auch ambulant.
Darüber hinaus ist Asklepios St. Georg auch eine wissenschaftliche Plattform: Sie hat den Status eines „Zentrums der Maximalversorgung“ und dient als klinische Basis für die Ausbildung von Medizinern. Hier werden die komplexesten Fälle behandelt – insbesondere in der Herzchirurgie, Intensivmedizin und Gefäßmedizin. Im Übrigen, wie das städtische Gesundheitssystem insgesamt auf Stressereignisse reagierte – das wird im Artikel über Hamburg und COVID-19 deutlich.
Warum Patienten gerade diese Klinik wählen
Trotz aller Schwierigkeiten – mit Personal, Überlastung, manchmal sogar mit der Stimmung – bleibt Asklepios St. Georg für viele die erste Wahl. Und das nicht nur, weil es eines der ältesten Krankenhäuser der Stadt ist. Es gibt etwas an dieser Einrichtung, das sowohl lokale Patienten als auch jene, die aus dem Ausland kommen, anzieht.
Zunächst ist es der Ruf. Wenn eine Klinik über 200 Jahre arbeitet und dabei jährlich Zehntausende Menschen behandelt, vertraut man ihr. Hinzu kommen moderne Ausrüstung, erfahrene Ärzte, starke Abteilungen – und wir haben ein ziemlich überzeugendes Bild.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Offenheit gegenüber Ausländern. Hier findet man Ihnen einen englischsprachigen Berater, empfängt Sie, begleitet Sie und hilft Ihnen, sich im System zurechtzufinden. Für den Medizintourismus ist das ein Muss. Besonders für diejenigen, die zum ersten Mal und ohne Bekannte im Land zur Behandlung nach Deutschland kommen.
Asklepios St. Georg kooperiert auch mit wissenschaftlichen Einrichtungen, nimmt an klinischen Studien teil, implementiert neue Ansätze – das ist wichtig für Patienten, die nach fortschrittlichen Methoden suchen. Und natürlich die Bequemlichkeit: Das Krankenhaus liegt buchstäblich nur wenige Gehminuten vom Zentrum Hamburgs entfernt. Es scheint eine Kleinigkeit zu sein, aber wenn man mehrere Tage hintereinander zur Untersuchung fährt, spielt das eine Rolle.
Diese Klinik ist definitiv nicht perfekt. Aber sie ist authentisch – mit ihrer Geschichte, ihren Kapazitäten, ihren Schwierigkeiten und menschlichen Geschichten. Und genau deshalb wird sie immer wieder gewählt.