Die moderne Industrie, Landwirtschaft, Energieversorgung, Pharmazie, Medizin und viele andere Bereiche sind ohne das chemische Element Phosphor kaum vorstellbar. Nur wenige wissen, dass der Entdecker des Phosphors ein einfacher Alchemist und Apotheker aus Hamburg namens Henning Brand war. Die Geschichte seiner Entdeckung sowie die Biografie des Apothekers sind äußerst spannend und faszinierend. Deshalb erzählen wir auf ihamburg.eu die interessantesten Fakten aus dem Leben von Henning Brand.

Die Biografie des Apothekers
Henning Brand wurde etwa 1630 in Hamburg geboren. Heute ist er weltweit als Apotheker und Alchemist bekannt, der Phosphor entdeckte. Aber war Henning Brand zu Lebzeiten ebenso berühmt?
Leider sind nur wenige Informationen über sein Leben und Werk bis heute erhalten geblieben. Sicher ist, dass er in Hamburg geboren wurde und lebte, in der Armee diente und sein Leben der Alchemie und Pharmazie widmete. Um sich in diesen Bereichen vollständig zu verwirklichen, war Henning Brand lange Zeit Kaufmann. Dies ermöglichte ihm, die notwendige Ausrüstung für seine alchemistischen Experimente zu beschaffen.
Wie viele seiner Zeitgenossen träumte Henning Brand davon, den Stein der Weisen zu erschaffen, von dem man glaubte, er bewahre das Geheimnis des ewigen Lebens. Diese Vorstellung mag heutigen Forschern absurd erscheinen, doch viele Wissenschaftler und Mediziner der Vergangenheit widmeten ihr ganzes Leben der Suche nach diesem Geheimnis. Einer von ihnen war der Apotheker Henning Brand, der 1692 starb.
Wie Henning Brand Phosphor entdeckte
Henning Brand war einer von vielen Alchemisten, die versuchten, den Stein der Weisen zu finden. Doch ihm gelang es, eine Substanz zu entdecken, die nicht nur in der Medizin und Pharmazie, sondern auch in vielen anderen Bereichen unverzichtbar wurde.
Seine Forschungen begannen mit der Untersuchung von menschlichem Urin. Brand war überzeugt, dass die goldene Farbe des Urins auf den Gehalt an echtem Gold hinweise. Um dies zu überprüfen, ließ er Urin mehrere Tage stehen und verdampfte ihn anschließend. Die klebrige Substanz, die er erhielt, erhitzte er auf hohe Temperaturen und verbrannte sie mit Sand und Kohle unter Ausschluss von Luft. Dabei entstand eine wachsartige Substanz, die im Dunkeln leuchtete und nach längerer Sonneneinstrahlung noch intensiver strahlte. Brand nannte die Substanz „wunderbarer Lichtträger“. Interessant ist, dass seine Entdeckung als die erste große Entdeckung einer chemischen Verbindung seit der Antike gilt.
Trotz seiner Entdeckung setzte Henning Brand seine Experimente fort und versuchte, die Substanz in Gold zu verwandeln – jedoch ohne Erfolg. Stattdessen begann er, Phosphor zu verkaufen, der großes Interesse in der Gesellschaft weckte. Brand verkaufte Phosphor sogar teurer als Gold und hielt das Verfahren zur Herstellung geheim. Schließlich verkaufte er die Technologie jedoch für nur 200 Taler (etwa 8.000 Hrywnja) an den Dresdner Chemiker D. Kraft.
Später wurde Phosphor von anderen Chemikern wie Johann Kunckel und Ambrose Godfrey hergestellt, die Hennings Methode übernahmen. Godfrey wurde sogar einer der ersten bekannten Phosphorproduzenten weltweit. Leider geriet Brand selbst in Vergessenheit und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Armut.

Die Bedeutung von Phosphor in der modernen Medizin
Phosphor spielt in der modernen Medizin eine entscheidende Rolle. Er wird zur Herstellung bestimmter therapeutischer Mittel verwendet, die zur Behandlung von Knochen- und Weichteilerkrankungen eingesetzt werden. Das bekannteste Medikament auf Phosphorbasis ist Etidronat, das besonders bei Problemen mit dem Kalziumstoffwechsel wirksam ist. Es wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Osteoporose, tumorbedingtem Knochenabbau oder Morbus Paget eingesetzt.