9 Februar 2026

Geschichte der St.-Michaelis-Kirche in Hamburg

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In Hamburg gibt es viele beeindruckende architektonische Orte, insbesondere Kirchen, die mit ihrer Schönheit beeindrucken. Besonders prachtvoll ist die St.-Michaelis-Kirche, da von ihrer Plattform in 106 Metern Höhe ein unvergleichlicher Blick auf die Stadt und die Werft geboten wird.

Kein Reisender sollte sich diese Sehenswürdigkeit entgehen lassen, die von der ganzen Stadt geschätzt und verehrt wird. Jede Bauwerk in der Metropole hat sein eigenes kulturelles Erbe und schmückt die Stadt auf einzigartige Weise. Mehr dazu auf ihamburg.eu.

Ein historisches Denkmal

„Michel“ – so nennen die Einheimischen die St.-Michaelis-Kirche. Sie gilt als die schönste Barockkirche Deutschlands. Ihre Geschichte ist interessant und recht vielschichtig, da sie zwischen 1647 und 1912 dreimal gebaut wurde. Sie wurde zweimal durch Brände, 1762 und 1906, zerstört und erlitt zudem während des Zweiten Weltkriegs schwere Bombenschäden. Trotz der Jahre bleibt diese Kirche eines der erstaunlichsten Bauwerke Hamburgs.

Die St.-Michaelis-Kirche hat 453 Stufen von der Eingangstür bis zur Spitze. Außerdem beherbergt sie die größte Turmuhr Deutschlands, deren großer Zeiger fast 5 Meter lang ist. In der Vergangenheit war die Kirche das erste und letzte Bauwerk, das Seeleute bei ihrer Reise von und nach Hamburg sahen. Deshalb wurde die Kirche zu einem Symbol der Hansestadt, das für viele Heimat bedeutete. Der Tempel wurde dreimal geweiht: 1762, 1912 und 1952 – diese Daten prägen die Geschichte des Denkmals.

Seiten der Vergangenheit

Die Geschichte der St.-Michaelis-Kirche begann um 1600. Zu dieser Zeit wurde zwischen den Stadtmauern ein Friedhof angelegt, auf dem Pestopfer beigesetzt wurden. Die dazugehörige Kapelle war der Vorgänger der heutigen St.-Ansgar-Kirche. Doch mit der wachsenden Bevölkerung wurde sie zu klein. Der Hamburger Rat beschloss daher, eine neue Kirche nebenan zu errichten, die dem Erzengel Michael geweiht wurde.

1750 schlug ein Blitz in den „Michel“ ein, der Turm stürzte ein und die Kirche brannte vollständig nieder. Das Gotteshaus blieb lange Zeit eine Notkirche, bis es 1762 wieder aufgebaut wurde. In dieser Zeit erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Die Rekonstruktion wurde von Ernst Georg Sonnin geleitet.

Ein zweiter Brand ereignete sich am 3. Juli 1906 während Schweißarbeiten. Die Aufseher kamen bei dem Brand ums Leben, und die Kirche brannte vollständig nieder. Einen Tag nach dem Unglück beschloss die Kollegium, die Kirche nach dem ursprünglichen Entwurf wieder aufzubauen, allerdings wurden Beton und Stahl anstelle von Holz in Turm und Dach verwendet. Zehn zerstörte Glocken wurden neu gegossen.

Während des Zweiten Weltkriegs diente die Krypta als Luftschutzbunker. 1945 trafen Bomben das Bauwerk, das 1952 vollständig restauriert wurde. Eine weitere Restaurierung erfolgte von 1983 bis 2009. Im Beton des Turms hatte sich Wasser angesammelt, wodurch die Stahlkonstruktion zu rosten begann.

Das moderne Leben der Kirche

Heute wird die St.-Michaelis-Kirche für Gottesdienste, Hochzeiten und Konzerte genutzt. Auch Geschäftsversammlungen und Trauerfeiern finden dort statt. 2015 wurde dort die Trauerzeremonie für den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt abgehalten. 2020 nahmen die Hamburger Abschied von dem bekannten Schauspieler Jan Fedder.

Besonders hervorzuheben ist der 132 Meter hohe Kirchturm mit zehn Glocken. Die St.-Michaelis-Kirche verfügt zudem über fünf Orgeln. Die Steinmeyer-Orgel gilt als die größte, und die Orgel von Carl Philipp Emanuel Bach ist ein neues, beeindruckendes Instrument. Über der großen Steinmeyer-Orgel befinden sich 17 Register und 1.222 Pfeifen. Sie wird für zentrale Aufführungen im Kirchenschiff genutzt. Eine Besonderheit des Baus, der die schönsten Abende in der Stadt bietet, ist der sogenannte Nachtmichel. Jeden Abend können Besucher den Ausblick auf die strahlende Nachtstadt sowie klassische Musik und alkoholfreie Getränke genießen. So lässt sich ein atmosphärischer Abend in der Stadt verbringen.

Die St.-Michaelis-Kirche ist ein absolutes Muss, denn neben ihrem atemberaubenden Design spüren alle Besucher den musikalischen Geist der Komponisten. Das beeindruckende Spiel der Orgeln sollte nicht nur von Touristen, sondern auch von Einheimischen erlebt werden.

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