9 Februar 2026

Hamburg während des Ersten Weltkriegs

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Über den Ersten Weltkrieg wird heute nicht mehr so viel gesprochen, doch die Einwohner Hamburgs kennen seine Geschichte. Dieser Krieg markierte den Beginn der historischen Zensur und führte zu Opfern und Zerstörungen. Die ungerechten Bedingungen des Versailler Vertrags stürzten Deutschland in eine wirtschaftliche und politische Krise. In deren Folge entwickelte sich der Nationalsozialismus, der schließlich im Zweiten Weltkrieg mündete.

Hamburg war von August 1914 bis November 1918 eine Hinterstadt. Der Großteil der Männer wurde mobilisiert, was das Leben in der Stadt grundlegend veränderte. Mehr dazu auf ihamburg.eu.

Die Stadt während des Krieges

In der Metropole wurde eine Militärverwaltung eingerichtet, und Anfang August 1914 zog das Militärkommando in ein Gebäude an der Palmaille in Altona. Es war zuständig für die Versorgung der Armee und die Kontrolle der Schlüsselbereiche des Hamburger Lebens. Dazu gehörten die Regulierung der Presse, das Verbot von Versammlungen, die Kontrolle der Postsendungen und die Einrichtung von Orten für Kriegsgefangene. Zudem hatte das Kommando die Aufgabe, Propagandamaßnahmen und verschiedene wirtschaftliche Operationen zu entwickeln.

Der Senat behielt die Kontrolle über die Lebensmittelversorgung und die alltäglichen Angelegenheiten der Stadtverwaltung. Viele lokale Restaurants und Cafés mit französischen oder englischen Namen wurden jedoch in patriotisch-deutsche Namen umbenannt. In dieser Zeit kehrten die durch den Krieg Geschädigten nach Hause zurück, und in der Stadt lebten hauptsächlich Verstümmelte, Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Es ist zu beachten, dass die Arbeit des Senats erheblich eingeschränkt wurde, da mit Kriegsbeginn die verfassungsmäßigen Rechte aufgehoben wurden und die Macht in der Stadt an den Generalmajor überging. Dieses Amt hatte zunächst der Artilleriegeneral Maximilian von Roell inne, der am 5. Juni 1916 von General Adalbert von Falk abgelöst wurde. Anfangs arbeiteten nur wenige Militärs und Beamte mit ihnen zusammen, doch bis Herbst 1917 wuchs das Kommando auf 400 Soldaten an.

Alltag der Bürger

Da die Männer massenhaft mobilisiert wurden, veränderte sich das Leben der Frauen grundlegend. Sie mussten Männerarbeit übernehmen, um ihre Kinder und alten Eltern zu ernähren. Obwohl solche Soldatenfamilien staatliche Unterstützung erhielten, war diese sehr gering und reichte kaum aus, um die Miete zu zahlen, Kleidung zu kaufen oder Lebensmittel zu beschaffen. Heizmaterialien und Lebensmittel waren knapp, und man musste Schlange stehen, um überhaupt etwas zu bekommen.

Das Hauptnahrungsmittel dieser Zeit war Steckrübe, da es einen kritischen Mangel an Brot und Kartoffeln gab. Die Steckrübe hatte einen sehr niedrigen Nährwert, und als die Lebensmittelversorgung eingeschränkt wurde, wurde Unterernährung vor allem in einkommensschwachen Familien zu einem ernsten Problem.

Die Gründe für diese Nahrungs- und Heizmittelknappheit lagen in der Annahme der Regierung, dass der Krieg kurz und schnell vorbei sein würde. Die Seeblockade behinderte den vollständigen Import von Lebensmitteln, und der Arbeitskräftemangel sowie die Dauer der Kriegshandlungen wirkten sich negativ auf die Landwirtschaft aus.

Im August 1916 begannen Hungerrevolten in den Hamburger Bezirken Hammerbrook und Barmbek, in denen viele Arbeiter lebten, die am stärksten unter dem Krieg litten, da sie nur niedrige Löhne erhielten. Es sei darauf hingewiesen, dass der Staat es verbot, in Feldpostbriefen über die schlechten Zustände zu Hause zu berichten, um die Stimmung der Soldaten nicht zu trüben. Für die Wirtschaft der Stadt war der Krieg ein entscheidender Schlag. Durch die Blockade des Hafens verloren viele Menschen ihre Arbeit, und der Handel beschränkte sich auf neutrale Länder.

Kriegsende

Gegen Ende des Krieges kam es sowohl in Hamburg als auch in anderen deutschen Städten zu einer Revolution. Im Zuge dieser wurde nach dem Vorbild von Kiel ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet, der die politische Macht mit dem Senat teilte.

In Hamburg starben infolge des Krieges 31.000 Menschen. Das entspricht etwa 2,85 % der Gesamtbevölkerung von 1,1 Millionen im Jahr 1913.

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