Hamburg hat der Welt viele berühmte Persönlichkeiten geschenkt, die bedeutende Beiträge zum Leben der Stadt geleistet haben. Einer der musikalischen Vertreter der Hansestadt ist Johannes Brahms, ein weltberühmter Komponist, Dirigent und Pianist. Unter seinen Symphonien schlafen Kinder ein, sie dienen als Hauptmelodien in verschiedenen Fernsehsendungen, und seine Werke gehören zum Standardrepertoire aller bedeutenden Sinfonieorchester der Welt. Weiter auf ihamburg.eu.
Johannes Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts und führender Musiker der Romantik. Das Berliner Philharmonische Orchester erhielt 2008 einen Grammy für das Album „Brahms: Ein deutsches Requiem“. Seine Werke sind weit über Norddeutschland hinaus bekannt.
Das Leben des Komponisten
Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 im Hamburger Gängeviertel geboren, einem ärmlichen Stadtteil. Sein Vater war Berufsmusiker und Kontrabassist der Hamburger Philharmonischen Gesellschaft, weshalb Johannes schon mit sieben Jahren Klavier spielte. Bereits als Jugendlicher war er ein erfahrener Musiker und verdiente Geld, um seine Familie zu unterstützen. Mit 15 Jahren trat er erstmals vor Hamburger Publikum auf.
1853 freundete sich Brahms mit dem deutschen Komponisten und Musikkritiker Robert Schumann an. Die beiden verband schnell eine enge Freundschaft, und Schumann sah in Brahms die Hoffnung für die musikalische Zukunft. Er betrachtete ihn als Genie und pries ihn in seinen Artikeln, was Brahms den Durchbruch in der Musikwelt erleichterte.
Aus historischen Berichten ist bekannt, dass Brahms 1854, als Schumann erkrankte, dessen Frau Clara unterstützte und sich in sie verliebte. Sie erwiderte seine Gefühle jedoch nicht, und auch nach Schumanns Tod blieben sie nur Freunde.
Das Schaffen des Komponisten
Johannes Brahms arbeitete mehrere Jahre in verschiedenen Positionen. Er war Dirigent eines Frauenchors in Hamburg und schrieb parallel dazu eigene Musik. Anfang der 1860er Jahre reiste er nach Wien und wurde 1863 Leiter eines Chors, wo er sich sowohl mit zeitgenössischen als auch historischen A-cappella-Werken beschäftigte. In Wien war Brahms sehr populär und leitete drei Saisons lang das Wiener Philharmonische Orchester.

1868 vollendete Brahms schließlich sein „Deutsches Requiem“, eine Komposition auf biblischen Texten basierend. Es gilt als eines der bedeutendsten Chorwerke des 19. Jahrhunderts. Dieses beeindruckende Werk verbindet Solostimmen, gemischten Chor und ein vollständiges Orchester. In den 1880er und 1890er Jahren wuchs die Anzahl seiner Werke, darunter das „Klaviertrio Nr. 3 in c-Moll“, das „Doppelkonzert in a-Moll“ und andere. Er schloss außerdem den „Streichquintett in G-Dur“ und den „Streichquintett in F-Dur“ ab.
Die Persönlichkeit des Musikers
Brahms galt als stur und kompromisslos, war jedoch zu Kindern sehr freundlich und schenkte ihnen oft Süßigkeiten. Der Musiker liebte die Natur und machte häufig Waldspaziergänge. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens komponierte er Kammermusikwerke zusammen mit dem Klarinettisten Richard Mühlfeld.
In seinen letzten Lebensjahren lebte Brahms in Wohlstand, da sich seine Musik gut verkaufte. Er war ein Perfektionist und vernichtete oft fertiggestellte Werke, die er als unzureichend empfand. So gingen etwa 20 Streichquartette verloren. In fortgeschrittenem Alter beendete er „Vier ernste Gesänge“, die auf Texten des Neuen Testaments und der hebräischen Bibel basieren.
Obwohl Brahms lange in Wien arbeitete, blieb er seiner Heimat Hamburg verbunden. Er vermisste die Straßen und die Architektur der Stadt und war glücklich, wenn er sie besuchte. Dennoch war die Wiener Zeit seine kreativste Phase. Dort schuf er seine bekanntesten Orchester-, Kammer-, Chorwerke, Symphonien, Lieder und Klaviermusik. Brahms starb am 3. April 1897.
Zu seinen Ehren wurde im Hamburger Handelshaus ein Brahms-Museum eingerichtet. Es enthält eine vollständige Sammlung seiner Werke und eine kleine Bibliothek. Die Mitarbeiter erzählen gerne über das Leben von Johannes Brahms und die ausgestellten Exponate.