Jeder Einwohner Hamburgs hinterlässt Spuren in der Stadt. Jahrhunderte, Jahrzehnte und Jahre vergehen, doch die Erinnerung an Persönlichkeiten, die das historische Erbe der Stadt geprägt haben, bleibt bestehen. Einer dieser Menschen war der berühmte Architekt Martin Haller, der über 500 Bauwerke in der Hansestadt entworfen hat. Mehr dazu auf ihamburg.eu.
Der Weg zur Erfüllung seiner Träume
Martin Haller wurde am 1. Dezember 1835 in Hamburg geboren. Er war der Sohn von Ferdinand Haller, dem späteren ersten Bürgermeister der Stadt. Schon früh zeigte Martin Interesse an Architektur und Bauwesen. Seine Eltern erkannten sein außergewöhnliches Talent und förderten seine Leidenschaft. Haller studierte in Potsdam, Berlin und Paris. Ab 1861 lebte und arbeitete er dauerhaft in Hamburg als Architekt.
Sein Stil wurde maßgeblich durch seine Studienzeit in Paris geprägt. Von 1872 bis 1883 arbeitete er mit dem renommierten Architekten Leopold Lamprecht zusammen, später von 1898 bis 1914 mit Hermann Geißler.
Schon während seiner Schulzeit nahm Martin Haller an Architekturwettbewerben teil. Seine ersten Entwürfe, darunter auch für das neue Hamburger Rathaus, wurden jedoch abgelehnt. Erst 1876 konnte er mit Unterstützung einer Gruppe von Architekten einen überzeugenden Entwurf vorlegen. 1880 gründete er die „Rathaus-Baumeistervereinigung“ und gewann schließlich die Ausschreibung für den Bau des Rathauses, das 1897 eröffnet wurde.
Hallers architektonische Meisterwerke
Von 1876 bis 1884 war Haller Vorsitzender des Hamburger Architekten- und Ingenieurvereins, von 1885 bis 1900 Mitglied des Hamburger Bürgertums. Er war auch aktiv im Hamburger Künstlerverein und für die Restaurierung der durch einen Brand zerstörten St. Michaeliskirche verantwortlich.
Ein weiteres beeindruckendes Projekt war das moderne Geschäftsgebäude „Dovenhof“. Hier plante er zentrale Heizungs- und Beleuchtungssysteme sowie eine Rohrpost, die bis zur Hafenanlage reichte. Berühmt sind auch seine Fassaden, darunter das Afrika-Haus mit seinen Elefantenskulpturen im Innenhof.
Leidenschaft für exklusive Villen
Haller spezialisierte sich auf den Bau extravaganter Villen, meist entlang der Alster. Reiche Hamburger Familien wie die Ohlendorffs (Kaufleute), die Warburgs (Bankiers) und die amerikanischen Budges beauftragten ihn. Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
- Villa Kroogmann (heute Villa Heine)
- Palais Budge
- Gästehaus des Senats (heute Generalkonsulat der USA)
Jedes seiner Werke war einzigartig und außergewöhnlich gestaltet.
Ein Vermächtnis für Hamburg

Im Laufe seines Lebens entwarf Martin Haller über 500 Bauwerke. Er starb am 25. Oktober 1925 und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Neben der eindrucksvollen Architektur hinterließ er auch ein Manuskript über sein Leben, das im Staatsarchiv Hamburg aufbewahrt wird.